Spannende neue Open-Access-Publikation

Für die Studie wurden Daten von über 60.000 Menschen ab 50 Jahren aus 27 Ländern (SHARE-Daten) analysiert.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
Der Kontext ist entscheidend: In sozialdemokratischen und post-sozialistischen Staaten weisen Frauen ein signifikant geringeres Risiko für unterdurchschnittliche kognitive Leistungen (wie Erinnerungsvermögen und Wortflüssigkeit) auf als Männer.
Die Rolle der sozialen Integration: In familialistischen und post-sozialistischen Regimen sind Frauen häufiger in der niedrigsten Stufe der sozialen Integration zu finden. Oft übernehmen sie familiäre Pflegeaufgaben, was die Möglichkeiten für breitere gesellschaftliche Teilhabe einschränken kann.
Der versteckte Vorteil: In konservativen und familialistischen Wohlfahrtsstaaten zeigten sich auf den ersten Blick keine kognitiven Geschlechterunterschiede. Berücksichtigt man in den Modellen jedoch die soziale Integration, zeigt sich auch hier ein kognitiver Vorteil für Frauen.
Fazit: Soziale Integration ist ein zentraler Schlüsselfaktor, der Geschlechterunterschiede in der Kognition teilweise erklärt – besonders in Gesellschaften mit traditionelleren Rollenbildern. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, soziale Teilhabe im Alter politisch und gesellschaftlich zu fördern, um kognitive Gesundheit für alle zu unterstützen.
Link zum vollständigen Paper: https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2026.119070

